Mehr als 70 Menschen nahmen am 2. Oktober 2026 am Friedensdialog der Hamburger Jüdischen Union im Esther-Bejarano-Saal des Stavenhagenhauses teil. Die Veranstaltung zum jüdischen Laubhüttenfest verband religiöse und kulturwissenschaftliche Beiträge mit Musik und einem gemeinsamen Austausch über Halt, Zusammengehörigkeit und gegenseitige Verantwortung.
Die Friedensdialoge der Hamburger Jüdischen Union bringen Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Lebensgeschichten miteinander ins Gespräch. Sie vermitteln Einblicke in jüdisches Leben und schaffen Raum für Fragen, persönliche Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven. Die Mitwirkung von Menschen aus anderen Religionsgemeinschaften eröffnet dabei die Möglichkeit, gemeinsame Bezugspunkte ebenso wie Unterschiede zu verstehen.
Anlässlich des Sukkotfestes führte Armin Levy in die Bedeutung des jüdischen Laubhüttenfestes ein. Sukkot, auch als Zman Simchateinu, Zeit unserer Freude, bezeichnet, bildete den thematischen Ausgangspunkt des Nachmittags. Fragen nach Gemeinschaft, Schutz und Verlässlichkeit wurden anschließend aus verschiedenen Perspektiven aufgegriffen.
Dietrich Jenner von der Kirchengemeinde Reinbek-Mitte, die Islamwissenschaftlerin Dr. Ursula Günther und Reza Mohammadi von der Elim-Kirche bereicherten das Programm mit ihren Beiträgen. Sie ermöglichten einen Austausch über jüdische Traditionen und deren Bezüge zu Christentum und Islam. Die unterschiedlichen Zugänge boten den Gästen Anlass, sich mit vertrauten Vorstellungen auseinanderzusetzen und neue Sichtweisen kennenzulernen.
Im anschließenden Gespräch in kleinen Gruppen stand eine gemeinsame Frage im Mittelpunkt: Was gibt uns Halt, was verbindet uns über Religionsgrenzen hinweg, und wie können wir im Alltag füreinander da sein?
Die Teilnehmenden brachten ihre eigenen Erfahrungen und Überzeugungen ein und stellten ihre Gedanken anschließend dem gesamten Publikum vor. Damit ging der Austausch über die Vorträge hinaus: Die Gäste gestalteten die Diskussion selbst mit und bezogen die religiösen und gesellschaftlichen Themen auf ihr persönliches Umfeld.
Bettina Machaczek-Stuth erläuterte die Bedeutung des Stavenhagenhauses als kulturellen und gesellschaftlichen Begegnungsort im Bezirk Hamburg-Nord. In diesem Zusammenhang hob sie die Rolle der Jüdischen Union hervor, jüdisches Leben im Haus, im Bezirk und in Hamburg sichtbar zu machen. Besonders wichtig sei es, Menschen zusammenzubringen, die sich im Alltag selten begegnen, und einen Rahmen für das gegenseitige Kennenlernen zu schaffen.
Die musikalische Begleitung übernahmen Julia Appel als Sopranistin und Vera Bogdanchikova am Klavier. Rabbiner Daniel Alter führte den Kiddusch durch und machte damit eine jüdische Tradition für die anwesenden Gäste unmittelbar erfahrbar.
Der Nachmittag verband drei wesentliche Elemente: die Vermittlung von Wissen über jüdisches Leben, den persönlichen Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher Hintergründe und die Zusammenarbeit über Religions- und Kulturgrenzen hinweg. Die Beteiligung von mehr als 70 Gästen und die Gespräche in den Gruppen zeigten das Interesse an diesem Format. Die im Plenum vorgestellten Gedanken machten zugleich deutlich, dass Fragen nach Halt und gegenseitiger Unterstützung Menschen über unterschiedliche religiöse Zugehörigkeiten hinweg beschäftigen.
Die langfristige Bedeutung der Friedensdialoge liegt in ihrer Kontinuität. Regelmäßige Begegnungen ermöglichen es, Kontakte zu vertiefen und Vertrauen aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit Mitwirkenden aus verschiedenen religiösen und gesellschaftlichen Zusammenhängen bildet dafür eine wichtige Grundlage. So entsteht ein fortlaufender Austausch, der jüdische Kultur im öffentlichen Leben verankert und das Zusammenleben im Bezirk unterstützt.
Die Hamburger Jüdische Union dankt allen Gästen, Vortragenden und Mitwirkenden für ihre Beteiligung. Ein besonderer Dank gilt den Ehrenamtlichen der Pars Foundation, dem persisch-jüdischen Bund für Menschenrechte und gegen Rassismus und Antisemitismus, die Verantwortung für die Vorbereitung und Durchführung des Programms übernommen haben.
Der Polizei Hamburg gilt der Dank für die Begleitung der Veranstaltung, der Bezirksversammlung Hamburg-Nord für die Unterstützung der Arbeit für sichtbares jüdisches Leben und gegen Rassismus und Antisemitismus.
Die fotografische Dokumentation stammt von Shendl Copitman. Ihre Aufnahmen halten die Begegnungen, die Gespräche und die Atmosphäre des Nachmittags fest.



















