Heute Abend beginnt Pessach, das Fest der Freiheit – eines der ältesten und bedeutendsten jüdischen Feste.
Es ist ein Fest, das Familien an einen Tisch führt, Generationen miteinander verbindet und eine Geschichte erzählt, die bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat: die Geschichte von Unterdrückung und Befreiung, von Widerstand und Würde, vom Auszug aus Ägypten und von der nie endenden Sehnsucht des Menschen nach Freiheit.
Gerade in der gemeinsamen Feier liegt die besondere Tiefe dieses Abends. Eltern und Großeltern erzählen, Kinder hören zu, fragen nach und geben der Erinnerung ihre eigene Stimme. Wenn das Ma Nischtana erklingt, wird deutlich, dass Pessach weit mehr ist als ein Rückblick auf die Geschichte.
Es ist gelebte Weitergabe, ein bewusstes Erinnern, das von einer Generation an die nächste weitergetragen wird. Und wenn am Ende der Afikoman gesucht und mit leuchtenden Augen gefunden wird, zeigt sich, wie Hoffnung, Freude und Tradition auf wunderbare Weise zusammenfinden.
Pessach erinnert uns daran, dass Freiheit niemals selbstverständlich ist.
Sie muss bewahrt, verteidigt und immer wieder neu mit Leben erfüllt werden. Vielleicht berührt uns dieses Fest gerade deshalb in unserer Gegenwart auf so unmittelbare Weise.
In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen wachsen, Worte mitunter härter werden und das Verbindende oft hinter dem Trennenden zurückzutreten droht, gewinnt die alte Erzählung von Befreiung und Verantwortung neue Aktualität.
Aus diesem Geist heraus laden wir im Rahmen des Friedensdialogs im Bezirk Hamburg-Nord am Freitag, den 10. April 2026, herzlich zu einer besonderen Begegnung ein.
Gemeinsam mit Referentinnen aus Judentum, Christentum, Islam und Politik möchten wir einen Raum öffnen, in dem Zuhören, Nachdenken und ehrlicher Austausch möglich werden.
Es geht nicht nur darum, über Pessach als Fest der Freiheit zu sprechen, sondern auch darum, was Freiheit, Verantwortung, Demokratie und Zusammenhalt heute für uns bedeuten.
Im Namen des Vorstands und auch persönlich wünsche ich allen, die Pessach feiern, ein Pessach kascher we-sameach.
Möge dieses Fest uns und der ganzen Welt Schalom, Frieden und Lebensfreude schenken.
Ihr
Armin Levy
Ehrenamtlicher Vorsitzender
Jüdische Union
Verein zur Förderung des jüdischen Lebens
und zur Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus
Friedensdialog im Bezirk Hamburg-Nord zu Pessach und Ostern [Voranmeldung erforderlich]