Verstummte Klänge – Stimmen, die man zum Schweigen brachte
Im Stavenhagenhaus in Groß Borstel fand gestern im Rahmen der Woche des Gedenkens im Bezirk Hamburg-Nord eine eindrucksvolle und ausgebuchte Veranstaltung statt. Der Esther-Bejarano-Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Erstmals stand dort das Jewish Chamber Orchestra Hamburg als Streichquartett auf der Bühne.
Der Abend begann mit der klaren, berührenden Stimme der Sopranistin Julia Appel. Es folgte das Grußwort von Armin Levy, Vorsitzender der Jüdischen Union e.V. und Gastgeber des Abends. In einem besonders bewegenden Moment wurden aus dem Publikum die Namen und kurzen Biografien von zehn jüdischen Künstlerinnen gelesen, die Opfer der Shoah wurden. Ihre Leben, ihr Wirken und ihre verstummten Stimmen standen im Zentrum des Gedenkens.
In ihrer Ansprache bezog Dr. Anke Frieling, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft, klar und unmissverständlich Position. Mit deutlichen Worten stellte sie sich für lebendiges jüdisches Leben, für eine aktive Erinnerungskultur und gegen Antisemitismus. Anschließend sprach Emanuel Meshvinski, Dirigent, Komponist sowie CEO und künstlerischer Leiter des Jewish Chamber Orchestra Hamburg, über die Geschichte, Haltung und Verantwortung des Orchesters.
Musikalisch gestalteten Desheng Chen (Violine I), Anh Quan Dao (Violine II), Vinicius Diniz (Viola) und Wolf Altenburg (Violoncello) den Abend. Werke von Erwin Schulhoff, Edvard Moritz und Emanuel Meshvinski erfüllten den Saal und hinterließen einen bleibenden Eindruck beim Publikum.
Der offizielle Teil des Abends endete erneut mit der Stimme von Julia Appel. Im Anschluss kamen die Teilnehmenden bei einem gemeinsamen L’Chaim ins Gespräch – offen, zugewandt, respektvoll.
Wir danken allen Mitwirkenden für diesen besonderen Abend, der Polizei Hamburg für das spürbare Sicherheitsgefühl während der Veranstaltung, der Bezirksversammlung Hamburg-Nord für die Förderung sowie Shendl Copitman für die eindrucksvollen und lebendigen Fotografien.
Ein Abend des Erinnerns.
Ein Abend der Haltung.
Ein Abend, der bleibt.
Fotos: © Shendl Copitman



















